Handy-Scout-Infos für Lehrkräfte
Projektangebot für Schulen
Ein Peer-Projekt zur Medienkompetenz und Gewaltprävention an Schulen
Projektträger:
Aktion Kinder- und Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Schleswig-Holstein e.V. in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte "Mühle" im Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg e.V. und dem Kreisjugendring Stormarn
Projektleitung:
Kathrin Gomolzig (AKJS), Jens Lindemann (JugendAkademie), Thomas Gericke (KJR Stormarn)
Wozu ein Projekt „Handy-Scouts“?
Das Projekt zielt auf eine aktive Auseinandersetzung mit den Themen Gewaltdarstellungen und -handlungen im Zusammenhang mit Kommunikationsmedien. Anlass sind die sich häufenden Fälle von Gewaltvideos auf Schüler-Handys. Neben Trails vom Internet sind darunter Gewaltszenen, die Jugendliche selbst mit dem Handy aufnehmen. Für diese Aufnahmen werden andere Jugendliche oder Unbeteiligte verprügelt oder in unwürdigen Situationen gezeigt („Happy Slapping“, „Cyberbullying“). Diese Videos werden dann untereinander getauscht und verbreitet.
Vielen Kindern und Jugendlichen ist nicht bewusst, dass es sich hier um Straftaten handelt. Das Einfühlungsvermögen für das Leiden der Opfer dieser „Spaßgewalt“ fehlt oder ist nicht angesagt. SchülerInnen machen mit aus Lust am Schocken, aus Protest gegen die Erwachsenennormen, aus Langeweile und um dazu zugehören und mitreden zu können. Zur Zeit ist ein Großteil der SchülerInnen ab der 5. Klasse mit einem eigenen Handy ausgestattet. Die Kinder orientieren sich im Umgang damit zumeist nicht an dem Vorbild der Eltern oder LehrerInnen. Viel wichtiger ist es, was Gleichaltrige und ältere Jugendliche mit dem Medium anzufangen wissen und welche Standards sie setzen. Da viele Lehrkräfte sich weniger mit Kommunikationsmedien auskennen als Jugendliche, herrscht an den Schulen oft Hilflosigkeit oder Unkenntnis gegenüber dem Gewaltpotential. Die Gefahr besteht, dass es einigen Kindern und Jugendlichen nicht ohne Unterstützung gelingt, sich vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Sie brauchen Orientierung und Unterstützung.
Ziel:Verantwortlicher Umgang mit Kommunikationsmedien
„Sich selbst schützen und andere respektieren“
Der Ansatz des präventiven Kinder- und Jugendschutzes ist es, die Lebenskompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Im Zusammenhang mit Gewaltbereitschaft heißt das u.a., eigene Bedürfnisse (Spaß, Entspannung, Anerkennung, Autonomie) zu erkennen und zu erfüllen, ohne anderen oder sich selbst zu schaden. Es bedeutet auch eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen Werten und den Normen von Familie, Schule und Gesellschaft. Dieses Thema ist in der Pubertät „dran“. Genauso müssen Kinder und Jugendliche lernen, mit Medienangeboten umzugehen. Das bedeutet, Manipulationen zu erkennen und Medien konstruktiv für die eigenen Interessen zu nutzen. Ein verantwortlicher Umgang mit Kommunikationsmedien bedeutet zum Beispiel, sich selbst zu schützen und andere zu respektieren.
Methode des Projektes: Jugendliche leiten Jüngere an.
Für 5.-Klässler ist es viel einprägsamer und bekommt eine andere Gewichtung, wenn etwas ältere Jugendliche mit ihnen über das Thema Gewalt und Handy sprechen und arbeiten, als wenn Erwachsene dies tun.
Jugendliche haben in der Rolle des Vorbilds für Jüngere besondere Handlungsmöglichkeiten und können ihre sozialen Kompetenzen stärken. Sie entwickeln Verantwortungsbewusstsein und lernen, ihre Meinung nach außen zu vertreten. Dazu brauchen sie einen unterstützenden und anleitenden Rahmen. In diesem Sinne nutzen wir in unserem Projekt die Methode des Peer-Mentoring.
Wir wollen bewusst Schüler und Schülerinnen ansprechen, die bereits erste Erfahrungen in Streitschlichterprogrammen, als Peer-Mentoren, Buslotsen o.ä. an ihrer Schule gesammelt haben. Damit wollen wir vorhandene Ressourcen nutzen und weiter entwickeln. Wir möchten in unserem Projekt besonders darauf achten, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund teilnehmen. Damit erreichen wir, dass Jugendliche mit anderen kulturellen Wertesystemen sich an der Auseinandersetzung beteiligen und ihre Rolle als positive Identifikationsfigur stärken.
Konkret sieht das so aus:
Eine SchülerInnengruppe (i.d.R. ab 9. Klasse) setzt sich in Seminaren mit dem Thema Handy- Medienkompetenz- Werte und Gewaltprävention auseinander. Die SchülerInnen entwickeln eine reflektierte Haltung dazu, die ihrer Lebenswirklichkeit entspricht und formulieren mit eigenen Worten einen Verhaltenskodex.
Die SchülerInnen führen daraufhin an ihren Schulen Workshops (jeweils 1,5 Stunden) zu diesem Thema mit allen 5. Klassen durch. Mit der geschlechterparitätischen Besetzung der Teams soll erreicht werden, dass die Themen sowohl aus Mädchen- als auch aus Jungenperspektive angesprochen werden können.
Die jüngeren SchülerInnen erfahren, dass von ihnen ein verantwortungsbewusster Umgang mit Handys und dem Internet erwartet wird und ältere SchülerInnen das unterstützen. Sie wissen, wen sie ansprechen können, wenn sie oder MitschülerInnen mit Gewaltdarstellungen oder –aktionen konfrontiert werden. Die Peer-MentorInnen setzen sich – auch innerhalb ihres eigenen Freundeskreises – mit dem Thema und ihrer Vorbildfunktion auseinander.
Aufgabe der Schule
Voraussetzung für ein erfolgreiches Handy-Scout-Projekt ist die Akzeptanz an den Schulen. Alle Lehrkräfte sind über das Projekt informiert und unterstützen es. Zur Information des gesamten Kollegiums stellen wir das Projekt im Vorfeld der Workshops in den 5. und 6. Klassen in einer Lehrerkonferenz vor. Es gibt an den Schulen eine Lehrkraft (ggf. SchulsozialpädagogIn), die die Handy-Scouts bei der Organisation unterstützt und bei Problemen zur Seite steht. In der Regel ist das die Lehrkraft, die auch das Konfliktlotsenprojekt (bzw. Patenprojekt) betreut. Wir als Projektleitende werden pro Schule mindestens einen Workshop begleiten und mit dem Handy-Scout-Team besprechen. Die Absprachen dazu laufen über die zuständige Lehrkraft.
Unterstützung und Nachhaltigkeit
Das Projekt wurde im Schuljahr 2007/2008 als Pilotprojekt mit einer landesweiten SchülerInnengruppe durchgeführt. Bis 2009 wurden 100 Handy-Scouts ausgebildet und ca. 2000 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen erreicht. Im Herbst 2009 finden weitere landesweite Ausbildungsgruppen statt, die vom Jugendministerium und IQSH gefördert werden. Darüber wird in einer Extra-Ausschreibung informiert.
Das Handbuch zum Projekt
Handy-Scouts. Peer-Projekt zur Gewaltprävention und Förderung von Medienkompetenz an Schulen. Handbuch für pädagogische Fachkräfte
Hrsg. v. Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V in Kooperation mit Kreisjugendring Stormarn und Jugendbildungsstätte “Mühle“ im Kreis Segeberg e.V.
Autoren: Kathrin Gomolzig, Martin Karolczak,Thomas Gericke
Kosten: 5,00 € zzgl. Versand
Weitere Informationen
Kathrin Gomolzig, AKJS, Holtenauer Str. 238, 24106 KIel
Tel: 0431-2606878 Fax: 0431-2606876
Email: gomolzig@akjs-sh.de
Das Projekt wurde gefördert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein, vom Landes-Rat für Kriminalitätsverhütung im Innenministerium des Landes S-H und vom IQSH.
Projektträger:
Aktion Kinder- und Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Schleswig-Holstein e.V. in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte "Mühle" im Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg e.V. und dem Kreisjugendring Stormarn
Projektleitung:
Kathrin Gomolzig (AKJS), Jens Lindemann (JugendAkademie), Thomas Gericke (KJR Stormarn)
Wozu ein Projekt „Handy-Scouts“?
Das Projekt zielt auf eine aktive Auseinandersetzung mit den Themen Gewaltdarstellungen und -handlungen im Zusammenhang mit Kommunikationsmedien. Anlass sind die sich häufenden Fälle von Gewaltvideos auf Schüler-Handys. Neben Trails vom Internet sind darunter Gewaltszenen, die Jugendliche selbst mit dem Handy aufnehmen. Für diese Aufnahmen werden andere Jugendliche oder Unbeteiligte verprügelt oder in unwürdigen Situationen gezeigt („Happy Slapping“, „Cyberbullying“). Diese Videos werden dann untereinander getauscht und verbreitet.
Vielen Kindern und Jugendlichen ist nicht bewusst, dass es sich hier um Straftaten handelt. Das Einfühlungsvermögen für das Leiden der Opfer dieser „Spaßgewalt“ fehlt oder ist nicht angesagt. SchülerInnen machen mit aus Lust am Schocken, aus Protest gegen die Erwachsenennormen, aus Langeweile und um dazu zugehören und mitreden zu können. Zur Zeit ist ein Großteil der SchülerInnen ab der 5. Klasse mit einem eigenen Handy ausgestattet. Die Kinder orientieren sich im Umgang damit zumeist nicht an dem Vorbild der Eltern oder LehrerInnen. Viel wichtiger ist es, was Gleichaltrige und ältere Jugendliche mit dem Medium anzufangen wissen und welche Standards sie setzen. Da viele Lehrkräfte sich weniger mit Kommunikationsmedien auskennen als Jugendliche, herrscht an den Schulen oft Hilflosigkeit oder Unkenntnis gegenüber dem Gewaltpotential. Die Gefahr besteht, dass es einigen Kindern und Jugendlichen nicht ohne Unterstützung gelingt, sich vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Sie brauchen Orientierung und Unterstützung.
Ziel:Verantwortlicher Umgang mit Kommunikationsmedien
„Sich selbst schützen und andere respektieren“
Der Ansatz des präventiven Kinder- und Jugendschutzes ist es, die Lebenskompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Im Zusammenhang mit Gewaltbereitschaft heißt das u.a., eigene Bedürfnisse (Spaß, Entspannung, Anerkennung, Autonomie) zu erkennen und zu erfüllen, ohne anderen oder sich selbst zu schaden. Es bedeutet auch eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen Werten und den Normen von Familie, Schule und Gesellschaft. Dieses Thema ist in der Pubertät „dran“. Genauso müssen Kinder und Jugendliche lernen, mit Medienangeboten umzugehen. Das bedeutet, Manipulationen zu erkennen und Medien konstruktiv für die eigenen Interessen zu nutzen. Ein verantwortlicher Umgang mit Kommunikationsmedien bedeutet zum Beispiel, sich selbst zu schützen und andere zu respektieren.
Methode des Projektes: Jugendliche leiten Jüngere an.
Für 5.-Klässler ist es viel einprägsamer und bekommt eine andere Gewichtung, wenn etwas ältere Jugendliche mit ihnen über das Thema Gewalt und Handy sprechen und arbeiten, als wenn Erwachsene dies tun.
Jugendliche haben in der Rolle des Vorbilds für Jüngere besondere Handlungsmöglichkeiten und können ihre sozialen Kompetenzen stärken. Sie entwickeln Verantwortungsbewusstsein und lernen, ihre Meinung nach außen zu vertreten. Dazu brauchen sie einen unterstützenden und anleitenden Rahmen. In diesem Sinne nutzen wir in unserem Projekt die Methode des Peer-Mentoring.
Wir wollen bewusst Schüler und Schülerinnen ansprechen, die bereits erste Erfahrungen in Streitschlichterprogrammen, als Peer-Mentoren, Buslotsen o.ä. an ihrer Schule gesammelt haben. Damit wollen wir vorhandene Ressourcen nutzen und weiter entwickeln. Wir möchten in unserem Projekt besonders darauf achten, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund teilnehmen. Damit erreichen wir, dass Jugendliche mit anderen kulturellen Wertesystemen sich an der Auseinandersetzung beteiligen und ihre Rolle als positive Identifikationsfigur stärken.
Konkret sieht das so aus:
Eine SchülerInnengruppe (i.d.R. ab 9. Klasse) setzt sich in Seminaren mit dem Thema Handy- Medienkompetenz- Werte und Gewaltprävention auseinander. Die SchülerInnen entwickeln eine reflektierte Haltung dazu, die ihrer Lebenswirklichkeit entspricht und formulieren mit eigenen Worten einen Verhaltenskodex.
Die SchülerInnen führen daraufhin an ihren Schulen Workshops (jeweils 1,5 Stunden) zu diesem Thema mit allen 5. Klassen durch. Mit der geschlechterparitätischen Besetzung der Teams soll erreicht werden, dass die Themen sowohl aus Mädchen- als auch aus Jungenperspektive angesprochen werden können.
Die jüngeren SchülerInnen erfahren, dass von ihnen ein verantwortungsbewusster Umgang mit Handys und dem Internet erwartet wird und ältere SchülerInnen das unterstützen. Sie wissen, wen sie ansprechen können, wenn sie oder MitschülerInnen mit Gewaltdarstellungen oder –aktionen konfrontiert werden. Die Peer-MentorInnen setzen sich – auch innerhalb ihres eigenen Freundeskreises – mit dem Thema und ihrer Vorbildfunktion auseinander.
Aufgabe der Schule
Voraussetzung für ein erfolgreiches Handy-Scout-Projekt ist die Akzeptanz an den Schulen. Alle Lehrkräfte sind über das Projekt informiert und unterstützen es. Zur Information des gesamten Kollegiums stellen wir das Projekt im Vorfeld der Workshops in den 5. und 6. Klassen in einer Lehrerkonferenz vor. Es gibt an den Schulen eine Lehrkraft (ggf. SchulsozialpädagogIn), die die Handy-Scouts bei der Organisation unterstützt und bei Problemen zur Seite steht. In der Regel ist das die Lehrkraft, die auch das Konfliktlotsenprojekt (bzw. Patenprojekt) betreut. Wir als Projektleitende werden pro Schule mindestens einen Workshop begleiten und mit dem Handy-Scout-Team besprechen. Die Absprachen dazu laufen über die zuständige Lehrkraft.
Unterstützung und Nachhaltigkeit
Das Projekt wurde im Schuljahr 2007/2008 als Pilotprojekt mit einer landesweiten SchülerInnengruppe durchgeführt. Bis 2009 wurden 100 Handy-Scouts ausgebildet und ca. 2000 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen erreicht. Im Herbst 2009 finden weitere landesweite Ausbildungsgruppen statt, die vom Jugendministerium und IQSH gefördert werden. Darüber wird in einer Extra-Ausschreibung informiert.
Das Handbuch zum Projekt
Handy-Scouts. Peer-Projekt zur Gewaltprävention und Förderung von Medienkompetenz an Schulen. Handbuch für pädagogische Fachkräfte
Hrsg. v. Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V in Kooperation mit Kreisjugendring Stormarn und Jugendbildungsstätte “Mühle“ im Kreis Segeberg e.V.
Autoren: Kathrin Gomolzig, Martin Karolczak,Thomas Gericke
Kosten: 5,00 € zzgl. Versand
Weitere Informationen
Kathrin Gomolzig, AKJS, Holtenauer Str. 238, 24106 KIel
Tel: 0431-2606878 Fax: 0431-2606876
Email: gomolzig@akjs-sh.de
Das Projekt wurde gefördert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein, vom Landes-Rat für Kriminalitätsverhütung im Innenministerium des Landes S-H und vom IQSH.
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